Dienstleistungen und Aufgaben der ZLI.
Grundauftrag
Die Informatik ist seit Jahren ein Wachstumsmarkt. Alle Anzeichen deuten erfreulicherweise darauf hin, dass sie es weiterhin bleiben wird. Damit einher geht ein grosser Mangel an qualifizierten Informatik-Fachleuten. Ganz besonders gross ist der Bedarf an sehr gut ausgebildeten Applikations-entwicklerinnen und Applikationsentwicklern.
Es ist von existentieller Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Schweiz, dass der enorme Bedarf innert nützlicher Frist befriedigt wird. Dies kann nur durch eine Grundausbildung von genügend jungen Leuten geschehen. Der immer lauter werdende Ruf nach Ausländerinnen und Ausländern, auch aus den "Nicht-Rekrutierungsländern", vermag hier keine Abhilfe zu schaffen.
Die Zürcher Lehrmeistervereinigung wurde 1995 gegründet, um durch entsprechende Massnahmen und Dienstleistungen einen nachhaltigen Beitrag zur Fachleute-Ausbildung zu leisten. Dies tut sie durch folgende Dienstleistungen und Aufgaben.
Die ZLI als Förderin der Informatik-Lehre Die Informatik-Lehre und ihre Richtungen sollen auf die Bedürfnisse der Zukunft ausgerichtet sein und bleiben. Entsprechend wollen wir das Berufsbild "à jour" halten, pflegen und bekanntmachen. Das geschieht durch
* regelmässige Kontakte mit den Lehrfirmen, um deren Bedürfnisse und Entwicklungen kennenzulernen.
* laufende Überprüfung und Überarbeitung der Ausbildungsmodule und Richtungen, um eine bedürfnisgerechte Ausbildung sicherzustellen.
* Auftritt als Trägerin und Förderin von neuen Konzepten und Lösungen wie Informatikmittelschule, Basislehrjahr, verkürzte Lehre für Maturandinnen und Maturanden, verkürzte Lehre für Berufsumsteigerinnen und Berufsumsteiger, Erwachsenenbildung etc.
* ein aktives Lehrstellenmarketing, um die nötige Anzahl von jährlich 1'000 bis 1'500 Ausbildungsplätze in der Agglomeration Zürich zu erreichen.
* intensive Zusammenarbeit mit den Berufsschulen, mit dem Ziel einer gut koordinierten Umsetzung der Ausbildungsziele.
* Mitarbeit in landesweiten Arbeitsgruppen im Rahmen der Informatik-Berufsbildung.
* Publikationen zur Förderung des Berufsimages und der Lehrstellenbildung.
* intensive Zusammenarbeit mit den Mittel- und Fachhochschulen.
* Unterstützung anderer Vereinigungen und Behörden, die unsere Konzepte ganz oder teilweise übernehmen.
Die ZLI als Ausbildnerin von Informatikerinnen und Informatikern
Die ZLI versteht sich als Ausbildungsdienstleisterin, welche mit guten Produkten für Lehrlinge, Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger, Fachleute der Informatik und für Lehrmeisterinnen und Lehrmeister die Qualifikation des Informatik-Nachwuchses fördert. Zu den Dienstleistungen gehören
* ein modular aufgebautes Angebot an überbetrieblichen Kursen (Einführungskurse) für Lehrlinge und Informatik-Fachleute.
* ein Angebot an Weiterbildungskursen in neuen Fachgebieten, z.B. Linux.
* die Informatik-Fachausbildung für die Informatikmittelschulen an den Kantonsschulen Winterthur-Büelrain, Zürich-Enge und Zürich-Hottingen.
* eine Grundausbildung für umsteigewillige Erwachsene, welche mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis "Informatikerin / Informatiker" abschliesst.
* eine Grundausbildung für Maturandinnen und Maturanden, welche mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis "Informatikerin / Informatiker" abschliesst.
Zu diesem Zweck unterhält die ZLI je ein Informatik-Ausbildungszentrum in Winterthur und Zürich-Altstetten. An beiden Standorten ist auch die Berufsschule mindestens teilweise im Zentrum integriert.
Es gibt viele Wege in die Informatik – das eidg. Fähigkeitszeugnis gehört heute allerdings zur Mindestanforderung!
Es ist leider eine Tatsache, dass immer noch viel zu oft Personen, die sich zum Informatik-Profi ausbilden wollen, irgend ein Supporter-Kurs empfohlen wird. Im Interesse der sich so Ausbildenden liegt das heute wohl nicht. So klar wie man nicht Pizzaiolo lernt, wenn man später in einer prämierten Top-Küche arbeiten möchte, so klar genügt beispielsweise ein SIZ-Zertifikat für die Profi-Informatik nicht. Nichts gegen SIZ, das ist eine prima Ausbildung für jemanden, der/die zum normalen Job (z.B. als Buchhalter) das Firmennetzwerk supporten möchte und das gut tun will. Oder die Homepage der Firma pflegen und ausbauen möchte. Aber es ist deutlich nicht genug für künftige Informatik-Fachleute.
Die Informatik-Grundbildung hat zum Ziel, möglichst eine fundierte Basis zu legen, wobei das Schwergewicht beim konzeptionellen Wissen liegt und vor allem dem Können spezifischer Tätigkeiten im Rahmen vom Modulkonzept (handlungsorientierter Unterricht). Konzeptionelles Wissen ist langlebig, darauf kann man während der ganzen Praxis gut aufbauen, wie auf einem soliden Fundament. Das verfallt nicht, beispielsweise während einer mehrjährigen Babypause. Genau umgekehrt war es bei der bisher üblichen produkteorientierten Ausbildung nach amerikanischem Vorbild, immer nur ein spezifischer Schnitz im Rahmen eines Produktes oder einer isolierbaren Tätigkeit. Es ist darum an der Zeit, dass auch in der Informatik das bewährte System der Berufslehre endlich Einzug hält und das Einzelzertitikatedenken verdrängt wird.
Matur und Einstieg in die Informatik? Eidg. Fähigkeitszeugnis Informatiker/-in
Seit Bestehen der Informatik-Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis (Informatik-Lehre, 1994) haben bis Juli 2005 rund 8’000 den Abschluss erfolgreich bestanden und das eidg. Fähigkeitszeugnis erhalten. Damit hat sich dieser Bildungsweg zum Massstab entwickelt für alle, die in die Profi-Informatik einsteigen wollen. Andere Bildungswege haben immer weniger Chancen. Ergänzt mit den eidg. Prüfungen der höheren Berufsbildung (Berufsprüfung, Fachausweis, resp. „Meisterprüfung“, wie es in anderen Berufen heisst) oder durch ein Fachhochschulstudium, sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Informatik-Karriere geschaffen.
Wege in die Informatik für Absolvent/-innen einer Matur
Grundsätzlich stehen heute folgende Wege offen:
* Informatik-Studium an ETH oder Universität
* Einstieg in die Praxis ohne Abschluss (nicht zu empfehlen in der künftigen Zeit)
* Einstieg in ein Praktikum als Voraussetzung für den Fachhochschulbesuch (kaum mehr möglich, nicht zu empfehlen)
* Informatik-Lehre (4 Jahre....)
* 2-jähriger, berufsbegleitender Lehrgang mit Abschluss eidg. Fähigkeitszeugnis
In einem effizienten Lehrgang werden die gleichen Module wie bei der Lehre durchgearbeitet, parallel zum praktischen Einsatz in der Informatik, der spätestens nach einem Semester beginnen muss. 1 ¾ Jahre nach Start ist der Lehrgang abgeschlossen, ebenso mit einer Facharbeit. Ein idealer Start für Maturand/-innen, die vor einem Studium zurückschrecken.
Zielgruppe: Absolvent/-innen einer eidg. Matur
Lehrgänge: Richtung Systemtechnik, Richtung Applikationsentwicklung
Unsere Lehrkräfte: erfahrene und ausgewiesene Fachleute, auch im Mandat IMS tätig